Bergjagd in Österreich, ein unvergessliches Erlebnis!

10. September 2011 ds 30.06BergjagdFederal FusionGamsJagdMurmeltierSauer 202

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An einem Samstag machte ich mich auf den Weg ins Zillertal um einer Einladung auf ein Murmeltier von einem Freund zu folgen. Ich hatte noch keine Erfahrung, wie so eine Jagd auf ein Murmeltier ablaufen sollte.

Eines wusste ich aber. Mit meiner Sauer 202 in 30.06 war ich nicht optimal ausgerüstet. Zum Glück konnte ich mir die Büchse in .222 von dem Jagdführer ausleihen. Damit war ich bestens ausgestattet. Ich habe mich dennoch entschieden meine Sauer mitzunehmen. Das stellte sich später noch als eine ganz gute und sehr nützliche Entscheidung heraus.

Bergjagd hat nichts mit der normalen Ansitzjagd zu tun. Das Wild muss erlaufen werden. Das bedeutet, bevor man überhaupt an Jagen denkt muss man erst einmal den Berg hinaufgehen. Das ganze wird durch das Gepäck erschwert was man mit auf den Berg nimmt. Ich habe sofort verstanden, warum man da auf jedes Gramm schauen sollte und das werde ich das nächste Mal auch beachten. Schon nach der ersten halben Stunde habe ich jedes unnötige Zusatzgewicht verflucht. Aber jetzt war es zu Spät.

Mein Jagdfreund war zwar doppelt so alt wie ich, doch mit seinen 60 Jahren war er dafür auch doppelt so fit. Der Sepp ist den Berg hinauf gesprintet. Er hat es nachher als lockeren Aufstieg bezeichnet. Ich hingegen habe das erste Mal so richtig gemerkt wie sich der Satz “Stehend ko” so anfühlt.

Der Aufstieg zur Hütte, dem Zwischenstopp, war sehr schön und auch interessant. Wir sind vielen Wanderern begegnet. Die konnte man gut in drei Kategorien einteilen. Die Einheimischen, die sehr freundlich waren und uns für die Jagd viel Glück mit auf dem Weg gegeben haben. Da konnte man schon sehr neidisch werden, den die deutschen Touristen bildeten leider die anderen beiden Kategorien. Die einen schauten uns nur böse an und schweigten, die anderen kamen mit den typischen Floskeln und Anti-Jagd-Parolen.

Sepp meinte darauf nur trocken: “Oben motzen die uns an und rühmen sich als die wahren Naturfreunde, selbst schmeißen die aber sehr gerne ihre Tüten und Plastikflaschen in den Wald. Unten im Hotel bestellen die sich dann gleich den Reh- oder Hirschbraten, weil sie ja Naturfreunde sind. Wächst ja alles auf den Bäumen. Irgendwie sind es immer die Gleichen und eigentlich sind es immer die Deutschen.”

Ich lass das einfach mal so stehen.

Kurz vor der besagten Hütte sehen wir eine Gams 140 Meter neben dem Wanderweg in der Felswand stehen. Die “Naturfreunde” haben die Gams natürlich nicht gesehen, doch uns ist die gleich aufgefallen. Aber irgendetwas hat nicht gestimmt. Normalerweise springen Gämse gleich ab, wenn Wanderer an ihnen vorbei ziehen. Ein Blick durch das Spektiv bestätigte unsere Sorge. Es war der erste Räudefall in dem Revier überhaupt. Sepp meinte zu mir, dass wir das arme Tier sofort von der Qual erlösen müssen und ich doch bitte mit meiner 30.06 das Ansprechen übernehmen sollte. Ich gebe zu, ich war sau nervös und machte daraus keinen Heel. Sepp meinte da nur zu mir: “Ersten mach dir keine Sorge und zweitens jetzt bist du mir noch sympathischer.” Mit dem Lob richtete ich mir eine gute Gewehrauflage ein und drehte die Vergrößerung meiner Optik auf 8fach auf. Aber auch nicht mehr. Zur Verwunderung sagte mir der Sepp, er schieße mit nie mehr als 6-facher Vergrößerung, da man sonst auf die großen Entfernungen zu sehr wackelt. Die Gams lag im Knall und ich hatte das erste Mal auf 140 Metern eine Gams erlegt. Die Federal Fusion hat für mich ab hier jeden Test bestanden. Wer zu dieser Munition noch mehr Fragen hat, einfach einen Kommentar in den Artikel einfügen.

Eigentlich dachte ich mir jetzt, der Jagdausflug ist zu Ende. Denn das Bergen der Gams und das Verbrennen an Ort und Stelle dauerte seine Zeit und war auch noch sehr anstrengend. Doch nachdem alles erledigt war und wir eine kleine Jause abhielten trieb mich der Sepp gleich weiter auf den Berg hinauf. Das Murmel lassen wir uns nicht entgehen meinte Sepp da nur. Ein weiterer Aufstieg, der mich an meine körperlichen Grenzen brachte, belohnte mich dann mit einem wundervollen Anblick. Wir konnten es uns in einem Felsvorsprung sehr gemütlich machen. Die Jagd auf ein Murmel ist eine sehr angenehme und ruhige Jagd. Oben angekommen mussten wir uns erst einmal auf die Lauer legen was mindestens eine Stunde dauert. Ich nutzte die Zeit und machte gleich mal ein kleines Schläfchen. Davon gestärkt und nach drei Stunden Wartezeit kam dann auch noch ein passendes Murmeltier. Auf 130 Metern direkt auf den Kopf erlegte ich mein erstes Murmel. Ich konnte kaum glauben wie weich das Fell war.

Der komplette Tag war ein purer Genuss. Ich werde ihn so schnell nicht vergessen. Die Jagd in Österreich ist einfach etwas besonderes, was die folgenden Bilder glaube ich ganz gut verdeutlichen.

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