Eine Begegnung mit einer Überraschung
Bei meinem letzten Bock habe ich noch eine sehr interessante Geschichte vergessen zu berichten. Nach dem Schuss wartete ich die obligatorischen 5 Minuten bevor ich zum Bock gegangen bin. Als ich bei dem Stück angekommen war kam mir quer über die Wiese ein Mann entgegen. Man ist ja mittlerweile so konditioniert, dass man sich irgendwie gleich auf Kritik von Jagdgegnern einstellt. Doch die Fragen dieses Herrn überraschten mich sehr. Er wollte alles wissen, über das Verhalten des Wehwildes, die Verwertung bis hin zur Zubereitung.
Ich meinte zu Ihm, er kann gerne zuschauen, wenn ich das Reh aufbreche. Er nahm das Angebot dankend an und fragte zu meiner Verwunderung, ob ich noch 5 Minuten warten könne. Er wolle seine Kinder gerne dazu holen, damit die so etwas auch mal mitbekommen. Als Stadtkinder kennen die Fleisch nur aus dem Supermarkt. Gesagt getan. Er kam nach 5 Minuten mit seinen vier Kindern und seiner Frau um die Ecke und ich begann mit dem Aufbrechen des Rehwildes. Dabei stellten die Kinder natürlich eine Menge von Fragen. Dabei überraschte mich die unvoreingenommene Art der Kinder. Begeistert von der Leber und der Lunge kam die Frage auf, warum man denn Tiere erlegt. Ich antwortete darauf, dass dies notwendig ist wenn man es essen möchte. Der Vater fragte daraufhin seine Kinder nur, wo sie denn glauben wo die Schnitzel von heute Mittag herkamen.
Fleisch kommt von Tieren und wenn man Fleisch essen will muss man das Tier erlegen. Ob man nun selbst, wie der Jäger, das Tier direkt erlegt oder indirekt durch den Kauf von Fleisch beim Metzger macht keinen Unterschied.
Wir unterhielten uns noch eine ganze Weile. Die Kinder gingen sehr offen und bedächtig an das Thema ran. Als ich die Familie fragte, ob Sie vielleicht das Jägerrecht haben möchten waren es zuerst die Kinder, die sofort zustimmten und damit den Essensplan der Mutter für diesen Abend über den Haufen warfen.
Es war eine schöne Abwechslung mit einem Nicht-Jäger normal, ohne Hysterie, Ideologie und Vorbehalte über ein eigentlich selbstverständliches Thema, die Jagd, sprechen zu können.
Viele Leute können sich an dieser Familie ein Beispiel nehmen.
Ich selbst finde es immer wieder sehr komisch, wenn die Leute über die Jagd schimpfen, sich aber für 1,- € das Hackfleisch vom Discounter holen.
„Jäger töten Tiere, das ist was böses! Aber die Spaghetti Bolognese schmecken Heute wieder sehr gut. Gott sei Dank wachsen die Zutaten dafür alle auf den Bäumen.“
In diesem Sinne
WaiHei
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Wildmeister