Gut geblattet

19. Juli 2012 ds 30.06AnsitzBlattjagdBock

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Nach dem ich zwei Wochen wegen einiger Projekte nicht auf die Jagd gehen konnte versuchte ich mein Glück wieder. Ich war schon öfter in das Revier von Freunden eingeladen gewesen, wo ich freundlicher Weise einen Bock frei hatte.
Bisher hat sich aber nie der richtige Bock gezeigt.
Entweder war er zu jung oder zu alt und damit ein Bock für den Revier-Inhaber. Der Spruch Ärger vergeht aber Trophäe besteht stimmt zwar, aber macht auf die Dauer einsam und man darf bald nirgends wo zum jagen kommen.

Ich war geschätzte 11 Mal im Revier zu Besuch und hatte jedesmal ein tolles Erlebnis aber leider kein Jagdglück. Was einem sofort in die Augen fällt ist der hohe Feldhasen Bestand. Auf die Frage, woher der gute Bestand komm antwortet der Berufsjäger sehr einleuchtend: “Wenn Fuchs und Krähe gut bejagt werden, dann hat der Hase auch bei intensiver Landwirtschaft eine kleine Change.” Das zum Thema Jagd helfe nicht zur Regulierung der Bestände. Aber mit der Realität haben es ja viele so genannte “Naturfreunde” und Jagdgegner nicht.

Bei diesem Punkt muss ich auch meine Unverständnis zu den immer unverschämt werdenden Jagdgegner zum Ausdruck bringen. Auf der einen Seite kann das Steak nicht blutig oder das Hackfleisch billig genug sein auf der anderen Seite sind die Jäger die Bösen, da sie Tiere schießen. Wo das Fleisch, der Fisch, die Füllung der Ravioli, das Leder von den Schuhen und so weiter herkommt spielt ja keine Rolle. Jeder der Fleisch ist, ist auch für den Tod des Tieres verantwortlich, egal ob mittelbar oder unmittelbar. Wahrscheinlich kommt die ignorante Haltung der Leute von der immer größer werdenden Entfremdung von den eigenen Lebensmitteln. Das Hackfleisch kommt nicht vom Aldi, sondern vom Schwein und Rind.

Aber zurück zur Jagd. An dem Donnerstag saß ich mit dem Berufsjäger auf dem Hochsitz und es bließ uns ein raues Lüftchen um dien Nase. Mir viel der Spruch aus meinem Jagdkurs ein: “Wenn der Wind jagt soll der Jäger nicht jagen.” Wir sahen uns beide an und ich meinte nur, dann komme ich einfach noch einmal bei euch vorbei. Erstens ist es immer lustig bei euch und nicht geschossen ist auch gejagt. Kurz nach diesem Satz sahen wir auf 300 Meter einen Abschussbock mit einer Geiß im Feld stehen. Der Berufsjäger meinte zu mir nur Trocken: “Nimm dein Gewehr in die Hand, den blatten wir jetzt zu uns hin.” Etwas ungläubig nah ich meine Sauer in die Hand und konnte so gleich mit großem Respekt feststellen, dass er es wirklich schaffte den Bock von der Geiß weg zu uns zu blatten.

Doch der Bock machte es uns schwer. Er sprang zwar auf uns zu, doch war er genau hinter einer Hecke in Deckung und wir konnten ihn nicht mehr sehen. Der Berufsjäger blattet noch einmal und der Bock sprang auch, doch nicht wie erwartet vor uns, sondern er stand auf ein mal in meinem Rücken. Ich drehte mich auf der Kanzel langsam zu ihn hin, drehte die Vergrößerung nach unten, sprach ihn an und der Schuss brach. Es gin alles so schnell, dass ich selbst nicht mehr weiß, wie ich den Ablauf so gut hinbekommen hatte. Das Training mit der eigenen Waffe auf dem Schießstand machte sich bezahlt. Ich kam sehr gut ab und traf genau Hochblatt.

Die Blattjagd ist wirklich etwas ganz besonderes!

WaiHei

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